Schlaflose Nächte am Kanal - Fluch oder Segen?
Ein Erlebnisbericht von Ernst über Massenfänge im Herbst
Es muss so Mitte September gewesen sein. Ich blickte zufrieden und stolz auf ein tolles Jahr am Kanal zurück. Was letztes Jahr noch nur so eine Idee war („Man müsste eigentlich viel öfter mal am Kanal angeln...“) wurde dieses Jahr meine neue Leidenschaft.
platzSchnurgerade zieht sich der Kanal durch die Landschaft.
platzSo sieht man aus...
platz...wenn man die ganze Nacht Fische fängt!
platzEEine Foto-Dokumentation...
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platzE...des körperlichen Zerfalls!
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platSollen sie piepen, oder lieber nicht?
platzEIm Herbst steigen die Chancen auf einen der Dicken!
platzESie gehört zum Kanalangeln einfach dazu: Die Wollhandkrabbe...
platzEDie Mond-Idylle trügt: Gleich piept es wieder!
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Viele Nächte habe ich nun am Kanal verbracht und kein einziges Mal bin ich nach Hause gefahren ohne wenigstens einen Fisch gefangen zu haben.
Das Durchschnittsgewicht fällt rückblickend auch höher aus als erwartet: Selten war ein Fisch unter 14 Pfund und immer wieder mal waren Fische der 20+ Kategorie dabei, die zudem im Kanal auch noch richtig Gas gegeben haben.
Meistens fing ich zwei Fische pro Ansitz, ab und an mal drei und die beste Nacht bisher brachte mir sogar fünf Fische.
Aber ich hatte von schlaflosen Nächten mit zehn und mehr Fischen gehört - das wollte ich gerne auch einmal erleben.
Seit Ende Juli hatte ich inzwischen nicht mehr im Kanal geangelt und in der Zwischenzeit mal wieder an einigen kleineren Seen mein Glück versucht, teilweise mit großem Erfolg. Trotzdem zog es mich nun wieder an den Kanal.
Dann war es soweit, ich hatte zwar nur Zeit für eine Nacht, aber die sollte es auch in sich haben.
Um 17 Uhr hatte ich meine Sachen aufgebaut. Um 19.45 Uhr fing ich den ersten Fisch, kein Riese aber der Beweis, dass ich mit der neuen Stelle nichts falsch gemacht hatte. Um es kurz zu machen: Ich fing in dieser Nacht noch sechs weitere Fische und die Bisse waren so verteilt, dass ich in der Nacht nur 1½ Stunden schlafen konnte – natürlich nicht am Stück. Dass solche "Biß-auf-Biß-Nächte" ihre Spuren beim Fänger hinterlassen, sieht man auf den Fotos allerdings nur zu deutlich!
Sehr zufrieden (von den Fischen waren zwei über 20 Pfund und alle anderen zwischen 14-18 Pfund) und so kaputt wie selten nach dem Angeln packte ich am nächsten Morgen meine Sachen.
„Warum gehst Du eigentlich so gerne angeln ?“ „Weil man dabei so gut abschalten und entspannen kann!“ – HUMBUG, mit Entspannung hatte diese Nacht nun wirklich gar nichts zu tun!
Da mittlerweile auch mein ersehnter Herbsturlaub angefangen hatte, konnte ich sogar für zwei Nächte bleiben. Um 14.oo Uhr war ich am Wasser und um 16.oo Uhr war alles zum Platz geschleppt (braucht man wirklich das ganze Zeug was wir immer mit uns herumtragen?) und aufgebaut.
Schon um 16.35 Uhr die erste Hupe und ein 24pfündiger Schuppi verlässt vorübergehend sein Element. Auch hier möchte ich Euch die lange Version ersparen. Nach der ersten Nacht hatte ich neun Fische auf der Habenseite. Und zum ersten Mal war ich nachts hin- und hergerissen wenn der Carpsounder zum Aufstehen aufforderte.
Ab 3.oo Uhr schwankte ich jedes Mal zwischen ungläubiger Freude, dass es schon wieder piept und der Frage „Warum mache ich das eigentlich? Ich will doch nur noch schlafen – könnt Ihr nicht tagsüber beißen ?!“
Trotzdem natürlich jedes Mal hoch von der Liege und ran an die Rute. Fisch versorgen, Rute wieder klar machen, rüberfahren, ablegen – kurz auf die Liege und PIEP, PIEP – auf ein Neues.
Den ganzen Tag über passierte gar nichts. Dummerweise schaffte ich es trotzdem nicht tagsüber den geklauten Schlaf nachzuholen. Das konnte ja heiter werden. Um 17.30 Uhr leitete ein hungriger Schuppi die zweite Nacht ein, die mit acht Fischen ähnlich erfolgreich verlief wie die erste. Allerdings sprachen die Fotos eine deutliche Sprache über den Zustand des Fängers: Jedesmal sah ich fertiger aus.
Nein, denn ich tue mir das ja nicht nur aus Spaß an, sondern bin der Überzeugung, dass in diesem Kanal auch die ein oder andere richtige Granate herumschwimmt und jede Nacht an einem anderen Gewässer ist eine Nacht wo ich keine Chance habe einen dieser Fische zu fangen. Durch die nahezu unendlich große Wasserfläche eines Kanals und aufgrund der vielen Fische die hier herumschwimmen heißt die Devise um einen dieser Fische an den Haken zu bekommen allerdings „Durchangeln!“
1½ Wochen später probierte ich noch einmal zwei Nächte an einer Stelle die ich im Sommer oft erfolgreich befischt hatte.
Diesmal waren es nach zwei Nächten elf Fische und einen so niedrigen Erholungswert hatte Angeln für mich noch nie gehabt, zudem waren diesmal vier wirklich kleine Karpfen zwischen drei und fünf Pfund dabei, was ich das ganze Jahr noch nicht erlebt hatte (...bis dahin war nur ein Fisch unter zehn Pfund...).
Es gab sie also wirklich - die Massenfänge, die mir so lange nicht gelingen wollten. 35 Fische in den letzten fünf Nächten – mit dem Abstand von zwei komplett durchgeschlafenen Tagen und Nächten ein tolles Erlebnis. Wenn nachts um vier Uhr die sechste Hupe geht – ein Alptraum!
Das ganze Jahr über ist die Chance einen dieser Fische zu erwischen nicht so groß wie jetzt - Erholen kann ich mich dann wieder von März bis August. Und so werde ich auch weiterhin nachts um 3 Uhr meine Rute wieder rausfahren, mich nicht ärgern wenn mal eine Wollhandkrabbe meinen Boilie angeknabbert hat oder plötzlich gewaltige Strömung das Angeln vorübergehend unmöglich macht, weil irgendwo geschleust oder gesielt wird.
Die Hoffnung bleibt, dass der nächste „PIEP!“ der Lohn für die zugequollenen Augen und den verschlafenen nächsten Tag ist. Und wenn’s dieses Jahr nicht mehr sein soll, dann eben nächstes Jahr oder übernächstes, oder....wer geht denn Angeln um sich zu erholen ?
Lust (oder Angst) bekommen auf "Schlaflose Nächte?" - Dann nichts wie los ans Wasser - bis Ende November ist noch einiges möglich...
Tight Lines und Gute Erholung nach dem Angeln wünscht Ernst
Das Durchschnittsgewicht fällt rückblickend auch höher aus als erwartet: Selten war ein Fisch unter 14 Pfund und immer wieder mal waren Fische der 20+ Kategorie dabei, die zudem im Kanal auch noch richtig Gas gegeben haben.
Was war mit den Massenfängen?
Nur eines hatte ich bis jetzt nicht erlebt, obwohl ich im Vorfeld immer wieder davon gehört hatte: Massenfänge. Ich war zwar auch so ganz zufrieden, aber ganz ließ mich das Thema nicht in Ruhe – wenn andere dies am Kanal regelmäßig erlebten, warum sollte es bei mir nicht klappen ?Meistens fing ich zwei Fische pro Ansitz, ab und an mal drei und die beste Nacht bisher brachte mir sogar fünf Fische.
Aber ich hatte von schlaflosen Nächten mit zehn und mehr Fischen gehört - das wollte ich gerne auch einmal erleben.
Seit Ende Juli hatte ich inzwischen nicht mehr im Kanal geangelt und in der Zwischenzeit mal wieder an einigen kleineren Seen mein Glück versucht, teilweise mit großem Erfolg. Trotzdem zog es mich nun wieder an den Kanal.
Herbst - mehr Futter, mehr Fische?
Da sich das Wasser im Vergleich zum Juli mittlerweile ein wenig abgekühlt hatte und ich darauf spekulierte, dass das große Fressen für den Winter langsam begonnen hatte, änderte ich meine bisherige Vorgehensweise. Ich suchte mir eine neue Stelle und fütterte vier Tage lang wesentlich mehr, als ich es bisher getan hatte.Dann war es soweit, ich hatte zwar nur Zeit für eine Nacht, aber die sollte es auch in sich haben.
Um 17 Uhr hatte ich meine Sachen aufgebaut. Um 19.45 Uhr fing ich den ersten Fisch, kein Riese aber der Beweis, dass ich mit der neuen Stelle nichts falsch gemacht hatte. Um es kurz zu machen: Ich fing in dieser Nacht noch sechs weitere Fische und die Bisse waren so verteilt, dass ich in der Nacht nur 1½ Stunden schlafen konnte – natürlich nicht am Stück. Dass solche "Biß-auf-Biß-Nächte" ihre Spuren beim Fänger hinterlassen, sieht man auf den Fotos allerdings nur zu deutlich!
Sehr zufrieden (von den Fischen waren zwei über 20 Pfund und alle anderen zwischen 14-18 Pfund) und so kaputt wie selten nach dem Angeln packte ich am nächsten Morgen meine Sachen.
„Warum gehst Du eigentlich so gerne angeln ?“ „Weil man dabei so gut abschalten und entspannen kann!“ – HUMBUG, mit Entspannung hatte diese Nacht nun wirklich gar nichts zu tun!
Trotzdem: Ich wollte mehr davon!
Da ich aber Blut geleckt hatte und weil ich wissen wollte ob es Zufall war oder ob man tatsächlich (zumindest in dieser Jahreszeit...) gezielt Massenfänge machen konnte, suchte ich mir noch mal eine andere Stelle und fütterte dort erneut vier Tage an.Da mittlerweile auch mein ersehnter Herbsturlaub angefangen hatte, konnte ich sogar für zwei Nächte bleiben. Um 14.oo Uhr war ich am Wasser und um 16.oo Uhr war alles zum Platz geschleppt (braucht man wirklich das ganze Zeug was wir immer mit uns herumtragen?) und aufgebaut.
Schon um 16.35 Uhr die erste Hupe und ein 24pfündiger Schuppi verlässt vorübergehend sein Element. Auch hier möchte ich Euch die lange Version ersparen. Nach der ersten Nacht hatte ich neun Fische auf der Habenseite. Und zum ersten Mal war ich nachts hin- und hergerissen wenn der Carpsounder zum Aufstehen aufforderte.
Ab 3.oo Uhr schwankte ich jedes Mal zwischen ungläubiger Freude, dass es schon wieder piept und der Frage „Warum mache ich das eigentlich? Ich will doch nur noch schlafen – könnt Ihr nicht tagsüber beißen ?!“
Trotzdem natürlich jedes Mal hoch von der Liege und ran an die Rute. Fisch versorgen, Rute wieder klar machen, rüberfahren, ablegen – kurz auf die Liege und PIEP, PIEP – auf ein Neues.
Den ganzen Tag über passierte gar nichts. Dummerweise schaffte ich es trotzdem nicht tagsüber den geklauten Schlaf nachzuholen. Das konnte ja heiter werden. Um 17.30 Uhr leitete ein hungriger Schuppi die zweite Nacht ein, die mit acht Fischen ähnlich erfolgreich verlief wie die erste. Allerdings sprachen die Fotos eine deutliche Sprache über den Zustand des Fängers: Jedesmal sah ich fertiger aus.
Erholung von der "Erholung"?
Wieder brauchte ich nach den 2 Nächten einen kompletten Tag zur Erholung von der "Erholung". Sollte ich vielleicht mal wieder eine Nacht an einem See verbringen ?Nein, denn ich tue mir das ja nicht nur aus Spaß an, sondern bin der Überzeugung, dass in diesem Kanal auch die ein oder andere richtige Granate herumschwimmt und jede Nacht an einem anderen Gewässer ist eine Nacht wo ich keine Chance habe einen dieser Fische zu fangen. Durch die nahezu unendlich große Wasserfläche eines Kanals und aufgrund der vielen Fische die hier herumschwimmen heißt die Devise um einen dieser Fische an den Haken zu bekommen allerdings „Durchangeln!“
1½ Wochen später probierte ich noch einmal zwei Nächte an einer Stelle die ich im Sommer oft erfolgreich befischt hatte.
Diesmal waren es nach zwei Nächten elf Fische und einen so niedrigen Erholungswert hatte Angeln für mich noch nie gehabt, zudem waren diesmal vier wirklich kleine Karpfen zwischen drei und fünf Pfund dabei, was ich das ganze Jahr noch nicht erlebt hatte (...bis dahin war nur ein Fisch unter zehn Pfund...).
Es gab sie also wirklich - die Massenfänge, die mir so lange nicht gelingen wollten. 35 Fische in den letzten fünf Nächten – mit dem Abstand von zwei komplett durchgeschlafenen Tagen und Nächten ein tolles Erlebnis. Wenn nachts um vier Uhr die sechste Hupe geht – ein Alptraum!
Ich mache weiter...
Aber ich bin infiziert, ich werde mir das in diesem Jahr noch das ein oder andere Mal antun (und gut aufpassen, dass ich am nächsten Tag nicht arbeiten muss !) – bei jedem Biss könnte „ER“, der ganz große unbekannte Kanalriese am anderen Ende ziehen.Das ganze Jahr über ist die Chance einen dieser Fische zu erwischen nicht so groß wie jetzt - Erholen kann ich mich dann wieder von März bis August. Und so werde ich auch weiterhin nachts um 3 Uhr meine Rute wieder rausfahren, mich nicht ärgern wenn mal eine Wollhandkrabbe meinen Boilie angeknabbert hat oder plötzlich gewaltige Strömung das Angeln vorübergehend unmöglich macht, weil irgendwo geschleust oder gesielt wird.
Die Hoffnung bleibt, dass der nächste „PIEP!“ der Lohn für die zugequollenen Augen und den verschlafenen nächsten Tag ist. Und wenn’s dieses Jahr nicht mehr sein soll, dann eben nächstes Jahr oder übernächstes, oder....wer geht denn Angeln um sich zu erholen ?
Lust (oder Angst) bekommen auf "Schlaflose Nächte?" - Dann nichts wie los ans Wasser - bis Ende November ist noch einiges möglich...
Tight Lines und Gute Erholung nach dem Angeln wünscht Ernst