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Sternstunden

Titelbild - Sternstunden von Sir Markus Pludra
(Alle Bilder im Bericht können durch Anklicken vergrößert werden)

Eigentlich wollte ich über Fronleichnam nach Ostfriesland fahren. Da mein Angelpartner Mattes, mit dem ich diesen Trip machen wollte, aber aus beruflichen Gründen passen musste, entschloss ich mich nach einem kurzen Telefonat mit Marc an einem See bei uns im Rheinland Fischen zu gehen. Diesen habe ich seit einigen Monaten vernachlässigt.

Bereits den Sonntag vor Fronleichnam begannen Marc und ich mit dem Füttern. Da wir der Überzeugung waren, dass die Fische noch nicht mit dem Laichen durch waren an diesem See, entschlossen wir uns sehr viel Futter einzubringen. Und wenn ich sage viel Futter meine ich viel Futter!
So kippten wir am ersten Tag ca. 20 Kilo Partikel(Hanf, Mais, Tigers) und 5 Kilo von Haralds neuem Creme-Mix ab, der mir schon zwei Wochen zuvor tolle Fische gebracht hatte. Das Ganze wiederholten wir Montag und Dienstag jeweils wieder mit 20 Kilo Partikel und 5 Kilo Klicker.

Da Marc und ich heiß wie Sau waren, entschlossen wir uns einen Tag Urlaub zu nehmen! So setzte sich Marc bereits Dienstag Abend an den See. Ich wollte Mittwoch Vormittag aufschlagen, baute mein Tackle aber auch bereits Dienstag auf.
Mittwoch morgen ich hatte meine Tochter gerade in die Schule gebracht, da geht mein Handy. Ich schaue aufs Display: Marc! Ich geh' dran und melde mich mit "Wie schwer?" Er antwortet : "Alter ich hatte grade einen Doppel-Run. Einen Fisch konnte ich landen und einen habe ich verloren!"

Ich fuhr erst mal nach Hause, da ich noch auf die Post warten musste. Denn ich hatte beim Hasen ja noch mal 10 Kilo Klicker nachgeordert. Glücklicherweise kam der Postmann um neun Uhr, also Murmeln ins Auto, ein Motivationsknutsch von meinem Schatz und mit Vollgas zum See.

Marc 32er Spiegler

platzDer erste Fisch: 32er Spiegler

Marc ärgerte sich natürlich und ich auch - Scheisse, dass ich nicht da war! Aber der Ärger war schnell verflogen, als wir Marc’s Fisch den er landen konnten mit 32 Pfund nach ein paar Pics wieder in sein Element zurück setzen konnten.

Während ich meine Latten scharf machte, meinte ich noch zu Marc: "Was gut war kommt wieder."

Wir freuten uns wie kleine Kinder!

Marc 52er Spiegler

platz52 Pfund - ein wahrer Bulle!

Gegen Mittag waren Marc und ich am Fachsimpeln, dass ich ja auch letztes Jahr schon mal so um die Mittagszeit Läufe hatte. "Aber eher im Herbst!" meinte Marc.
Doch da plötzlich Fullrun an Marc’s Latte - Anschlag - sitzt!
Der Fisch gab gut Gas und als ich ihn das erste Mal sah, meinte ich "Der ist gut!" Als ich ihn dann im Kescher hatte und hochheben wollte meinte ich: "Der ist nicht gut der ist richtig gut! Ein Hammer Spiegler-Bulle!"

Als wir ihn ans Dreibein hingen blieb die Uhr auf 26 kg stehen. Ich klatschte Marc ab und wir freuten uns wie kleine Kinder. Hab’ ich doch gesagt: "Was gut ist, kommt wieder!"

Puh, das mussten wir erst mal sacken lassen – am besten bei einem kühlem Blonden! Den Rest des Tages blieb es ruhig. Gegen Abend kam Henning vorbei und wollte auch ne nacht fischen. Weil wir Bescheid wussten, hatten wir seinen Platz auch mit Futter versorgt. Da wir ihn informiert hatten, dass es richtig gut lief, es aber eng mit den Partikeln werden könnte brachte er mal eben 15 Kilo mit. Und das obwohl er lange malochen musste!

Als auch Hennig seine Latten scharf hatte, standen wir vor meinem Zelt und freuten uns mit Marc als hätten wir den 26kg Spiegler selber gefangen, bis plötzlich so gegen 24 Uhr bei mir die Hupe ging!

Plu Spiegler

platz28er Spiegelmann

Nach einiger Zeit konnte ich einen 28-pfündigen Spiegelmann übers Netz ziehen. Und wir dachten uns: Hammer! 4 Läufe, 3 Fische verhaftet und wir waren ja grade mal einen Tag da. "Jetzt müsste nur Henning noch einen fangen!" meinten wir und legten uns schlafen.

Leider wurde unser Wunsch nicht erfüllt und so musste Hennig im strömenden Regen „Roberto Blanko“ einpacken!
Dauerregen und Partikellieferung

Libelle und Boilies

platzGerade geschlüpft...

Den Donnerstag über blieb es ruhig, außer dass wir uns Gedanken machten, ob wir ‚ne Arche bauen sollten, weil es regnete und stürmte, als gäbe es kein Morgen.

So gegen Abend kam Henning noch mal vorbei obwohl er einige Stunden vorher nass bis auf die Unterhose geworden ist beim Einpacken und brachte uns noch mal Partikel, die er zuhause extra für uns noch mal abgekocht hatte!

Ist schon geil, wenn man Leute hat die einem jeden Fisch gönnen und sich voll reinhängen, damit man als Team Erfolg hat. Sogar noch dann, wenn sie selber gar nicht angeln gehen können. Kann ich nur eins zu sagen: "Hut ab!"

Da wir nun genug Partikel hatten entschlossen wir uns mit Einbruch der Dunkelheit noch mal richtig Futter zu bringen. Obwohl draußen ein Wolkenbruch nach dem nächsten kam.
Gegen 2 Uhr Nachts schickte mir Marc eine SMS, dass er einen 24 Pfund Schuppi überlisten konnte! Da wir vereinbart hatten, dass wir einmal Klingeln lassen wenn was geht, schälte ich mich nicht aus dem Schlafsack!

Marc mit 24er Schuppi

platzUnd der nächste: 24er Schuppi

Marc mit 40er Schuppi

platzNur Dicke: 40 Pfund!

Sir Plu mit 40er Spiegler

platzMarc: "Den hast Du Dir verdient!"

Um 7 Uhr klingelte mein Handy einmal, Blick aus dem Zelt - alles klar: Kollege steht am Pod, Latte krumm. Also ab in die Puschen - Keschern!

Als ich den Schuppie im Netz hatte sagte ich nur: "Warum muss ich immer die Dicken aus dem Wasser heben?"
Marc lachte und als wir den Fisch an die Waage hingen, schauten wir uns beide ungläubig an: 20 Kilogramm! Unfassbar!

Wir machten ein paar Bilder und gönnten uns erst mal ein einen Cappuccino mit Schuss - beziehungsweise zwei, da wir ja wegen dem Unwetter am Donnerstag keinen trinken konnten! Zwinkersmiley

Ich machte meine Ruten neu und während Marc mein Futterboot zu Wasser ließ, ging bei ihm schon wieder die Rute ab und er rief laut: "Das ist Deiner, Junge!“ Ich spurtete zur Rute.
Während Marc sich um mein Boot kümmerte, schlug ich an. Rute krumm und ich dachte nur: "Das ist ein Guter."

Marc kam, um den Fisch zu keschern und als der Fisch im Kescher lag und ich sah, dass sich Marc doch ein wenig anstrengen musste beim Tragen, dachte ich: "Oh! Das könnte wieder ne Bombe sein."

Wir hingen den Spiegelmann an die Waage und der Zeiger blieb erneut erst bei 20 Kilogramm stehen. Marc sah mich an und sagte: "Geil Alter! Den hast Du Dir verdient."

Wir machten ein paar Bilder und als ich den Fisch wieder in sein Element ließ, blieb er eine ganze Weile bei mir stehen und ich konnte ihn noch einmal streicheln als ob er gespürt hat, dass er für mich etwas ganz besonderes war.

Stolz, mit so einem geilen Haufen am Wasser sein zu können!
Ich glaube in einer Zeit wo gerade in unserem Hobby immer mehr Neid und Missgunst an der Tagesordnung sind, ist es nicht selbstverständlich, dass man sich abwechselt bei den Runs mit seinem Angelpartner und man sich ehrlich und aufrichtig für den anderen freut.
Bin echt stolz, dass ich mit so einem geilen Haufen meine Zeit am Wasser verbringen kann!

Freitag Abend kamen Marc’s Kumpel Mia und Schwiegervater Klaus, um mit uns noch eine Nacht zu fischen.
Aber leider blieben unsere Pieper still. Hätte den beiden wirklich ne Hupe gegönnt. Egal ob an ihren eigenen Latten oder an unseren.

Es hat nicht sollen sein, was der guten Stimmung aber nichts anhaben konnte und so verlebten wir noch einmal einen lustigen Abend am Wasser und packten Samstag morgen unsere Klamotten zusammen und tranken noch einmal einen abschließenden Cappuccino mit Schuss.
Dann ging es, kaputt aber total glücklich, nach Hause und ich weiß, dieses Wochenende werde ich nie vergessen!

Hier noch ein Insider für Marc: "Ey, vergiss nie wo du herkommst!"
Stand-Proud 216Pf!

Juni 09, Euer Plu


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